Zahnarzt Daniel Hützen / WHV erläutert FGP-Technik

Die möglichst genaue, schnelle und effiziente Herstellung einer individuell funktionell angepassten, interferenzfreien Krone oder Brücke ist das Ziel. Dabei wird ein unterschiedlich großer diagnostischer, zeitlicher und materieller Aufwand betrieben.

Eine höchst effiziente Methode zur Herstellung einer Krone, Brücke oder Inlay ist das modifizierte FGP – Verfahren.

Ziel ist es, mit wenig Aufwand und somit wenig möglichen Fehlerquellen einen exakten funktionell angepassten Zahnersatz herzustellen. Vom Behandler und Zahntechnik Peter Töllner wird allerdings ein sehr genaues Arbeiten und Erfahrung mit dieser Technik vorausgesetzt.

Das Vorgehen ist wie folgt:
Der zu versorgende Zahn wird konventionell präpariert, z.B. für die Aufnahme einer Krone. Die Abformung erfolgt nur mit einem Teillöffel. Mit der Abformung werden nur der präparierte Zahn und die Nachbarzähne erfasst. Anschließend werden zwei Registrate genommen, ein anatomisches und ein funktionelles Registrat. Das verwendete Registriermaterial sollte hierbei relativ langsam aushärten, sehr zeichnungsgenau und dimensionsstabil sein.

Das Registriermaterial wird beim anatomischen Registrat nur auf dem präparierten Zahn aufgebracht. Der Patient beißt anschließend bis zum endgültigen Aushärten der Registriermasse in seiner gewohnten Schlussbisstellung zu. Das fertige anatomische Registrat (Bild 1) zeigt auf einer Seite die Impressionen der Präparation und auf der anderen die Impressionen der antagonistischen Zähne.

Die Herstellung des funktionellen Registrates verläuft ähnlich. Der Patient führt mit seinem Unterkiefer in den ersten Sekunden der Abbindephase des Registriermaterials unter Zahnkontakt Protrusions- und Laterotrusions-Bewegungen aus. Die Impressionen der antagonistischen Zähne sehen im fertigen Registrat durch die durchgeführten Bewegungen etwas größer und „verwaschen“ aus als auf den anatomischen Registrat. Das funktionelle Registrat (Bild 2) enthält aufgrund der registrierten Bewegungsmuster sämtliche individuellen funktionellen Informationen des Patienten.

Das Provisorium wird wie gewohnt angefertigt und eingegliedert.

Die Zahntechnik Peter Töllner erhält nun die Teilabformung und die beiden Registrate. Gegenkieferabformung, Gesichtsbogen, zentrische oder exzentrische Registrate o. ä. entfallen, da diese Informationen wie oben erwähnt im funktionellen Registrat enthalten sind.

Der Zahntechniker stellt dann mit Hilfe der Teilabformung ein kleines Sägemodell und Kontrollmodell her. Das Sägemodell wird auf der Unterseite eines Präzisions-Vertikulators „einartikuliert“.

Das anatomische Registrat wird anschließend exakt auf den präparierten Gipsstumpf reponiert. Die Impressionen der antagonistischen Zähne werden vorsichtig mit Gips aufgefüllt und im geschlossenen Vertikulator eingebaut. Das Registrat wird anschließend entfernt. Mit dem funktionellen Registrat wird in gleicher Weise verfahren.

Das Resultat: ein anatomisch und funktioneller Gegenkiefer.

Der Zahnersatz, z.B. Krone, kann auf gewöhnliche Weise hergestellt werden.

Bei der Überprüfung der okklusalen Kontakte werden zuerst die dynamischen Kontakte mit Hilfe des funktionellen Gegenkiefers rot markiert. Anschließend werden mittels anatomischem Gegenkiefer die statischen Kontakte schwarz dargestellt. Die dynamische Kontaktbereiche stellen sich nun in Form von roten Bereichen um die schwarzen statischen Kontakte dar. Ungewollte Kontaktbereiche können auf diese Weise leicht dargestellt und entfernt werden.

Die fertig hergestellte Arbeit kann dann auf die gewohnte Art und Weise eingegliedert werden.

Da bei der FGP Technik nur Teilabformungen verwendet werden, ist diese Technik bei größerem Zahnersatz kontraindiziert.

zur Startseite
© 2016  Disclaimer | Impressum